„Circus Maximus“

Das war`s nun also, Brot und Spiele mit fast echten Löwen.
Die Löwen hatten auf dem Papier keine Chance gegen die technisch hochgerüsteten Autobauer.
Natur gegen Technik, klar wer da das Nachsehen hat.

Wir finden der Vergleich ist gar nicht soweit hergeholt.
Auf der einen Seite Identität, natürlich gewachsene Tradition, auf der anderen doch ziemlich kaltes Kalkül, Kapitalismus in Hochkultur, Feudalismus im Fußball, Zementierung der Verhältnisse.
Dieser Wettbewerb ist weder fair noch hat er irgendwas mit dem eigentlichen Gedanken des Fußballsports zu tun, nämlich sich zu messen auf dem Fußballplatz.

Fair waren übrigens auch die äußeren Umstände nicht. Zumindest nicht in Wolfsburg. Da wurde das Chaos schon vorher heraufbeschworen, diverse Verbote und Einschränkungen der bürgerlichen Freiheit folgten. Diverse von unfreundlich bis rabiat, oder schlicht übergriffigen Polizeibeamten, versteht sich von selbst dass, es auch gute Erfahrungen mit den Ordnungshütern an diesem Tag gab, die bleibenden Eindrücke prägten sie aber nicht. Unnötiger Wasserwerfereinsatz, der überwiegend friedliche Leute traf, weil ein paar Büchsen auf die Wasserwerfer flogen. Dessen Auftrag erschließt sich immer noch nicht und abkühlen von erhitzten Gemütern, das kann man machen, aber nicht mit Vollstrahl ins Kreuz und nicht mit Wasserwerfern, die schlicht Panik auslösten in einem Gedränge aus dem man nicht heraus kam.
Wie zum Trotz, weil man ja aufgerufen hatte ohne Karte nicht nach WOB zu kommen, gab es dann für die, die einfach nicht hören wollten, sondern ihrer Leidenschaft folgten, keinerlei Versorgung mit Flüssigkeit bei sengender Hitze. Viele Blau Gelbe wohnen übrigens direkt in WOB, egal…sollen sich zuhause aufhalten oder neutral kleiden. Jetzt könnte man diese Liste über die Affäre Gomez/Schiedsrichter bis nasse Schuhe und zahlreiche Nickeligkeiten fortsetzen.
Warum soll ausgerechnet der Fan vernünftig sein, wenn es die Profiteure nicht sind? Oder ist etwa eine WM in Katar, ein Champions League Finale in Asien das Tot kaufen von Konkurrenten, Fußball rund um die Uhr für Werbeeinnahmen etwa vernünftig?

Was bleibt ist das Gefühl, dass der Fußball verkommt und zwar nicht von unten, wie es die Medien und die Polizei gerne darstellen, wegen asozialer Fans, sondern von Oben. Die da unten reagieren nur auf eine Weise, die weder politisch noch gesellschaftlich konform und teilweise eben auch nicht akzeptabel bis hin zu verbrecherisch ist.
Natürlich, ganz klar diese Böllerwürfe sind uneingeschränkt zu verurteilen, alles was Verletzungen anderer in Kauf nimmt ist uneingeschränkt zu verurteilen und natürlich ist es notwendig, dass so etwas aufhört, gestern Abend gab es schon spontane Bekundungen von Privat, für die Ergreifung der Täter 1000€ auszuloben.
Viele Fans sind stinksauer und empört.
Einige wenige haben uns einen echten Bärendienst erwiesen und voraussichtlich werden es wieder alle anderen mit ausbaden müssen.

Aber es ist auch festzuhalten, dass die Fans und zwar nicht nur in Braunschweig sondern mehrheitlich in ganz „Fußball-Deutschland“ ein feines und richtiges Gefühl haben, was bei ihnen Wut und Schmerz auslöst. Einige gehen dann auch deutlich zu weit, andere sind einfach nur sehr begrenzt in ihren Möglichkeiten.

Fakt ist, es hat nichts mit der Niederlage an sich oder mit dem Verbleib in der Liga zu tun, es geht viel tiefer. Es ist die Erkenntnis, dass die Eintracht und allgemein finanziell schwächere Vereine eigentlich keine Chance haben wirklich mitzuspielen, sich heranzukämpfen an höhere Gefilde, weil die Verhältnisse, die sind nicht so!

Uns tut es auch für die Mannschaft, das Präsidium und speziell Torsten Lieberknecht leid. Der zeigt seit Jahren wie man Emotionen in die richtige Richtung lenkt und hat so eine herausragende Saison hingelegt, die einen Identität stiftenden Abschluss verdient gehabt hätte.

Nun gerät so vieles, was eigentlich auch gestern positiv war, in den Hintergrund, nicht zuletzt deshalb wollen wir Euch ein paar positive Bilder von gestern präsentieren.

Wir sind Eintracht
Euer Fanprojekt

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